Mit Licht malen heißt:
Den Augenblick einzufangen für die  Ewigkeit.

Das Wasserzeichen - Wann und Warum du es verwenden solltest und wann nicht. 

Ein in meinen Augen sehr großer Störer in Bildern ist oftmals das Logo oder das “Wasserzeichen” des Fotografen.
Warum mich das stört lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Es ist überflüssig. Aber das wollen viele nicht hören und es stimmt so auch nicht ganz.
Viele Fotografen nutzen ein Wasserzeichen oder ein Logo aus einem der der folgenden zwei Gründen.
Erstens  als  “Diebstahlschutz” oder zweitens  zur Eigenwerbung.
Nur den letztgenannten Grund kann ich akzeptieren und auch nachvollziehen.
Warum? Das möchte ich euch in diesem Beitrag erklären.

Anfangen möchte ich mit der Eigenwerbung als Argument  für das Anbringen des eigenen Logos auf den Bildern.
Wenn deine Bilder dir viel bedeuten, dann ist es natürlich selbstverständlich, dass du deine Bilder signieren möchtest und somit deutlich  zeigen möchtest, dass es sich um deine Werke handelt.
Dann solltest du es auf eine dezent Weise  tun. Bitte setze dein Logo nicht mittig ins Bild oder gestalte das Logo so, dass es Alles im Bild überstrahlt oder gar als Blickfang fungiert. Als Negativbeispiel wäre hier ein buntes Logo auf einem Schwarz-Weiß-Bild  zu nennen.
Ein Maler setzt seine Signatur ja schließlich auch nicht in die Mitte des Bildes oder wie eben beschrieben.
Die Werbung für dich und deine Arbeit sollte nicht vom aktuellen Bild ablenken.
Denk daran, dass dein Logo eben genau das ist - Werbung und als solches wird es auch empfunden.

Penetrante Werbung kann niemand leiden!

Meine Tipps: Es gilt die Farbgestaltung eines Logos  dezent zu halten besser jedoch zu vermeiden. In meinen Augen ist eine weiße Schrift mit dezentem Logo am besten. Bei sehr hellen Farben im Bild kann man dies ganz einfach invertieren und so ein dunkles Logo auf hellem Grund erzeugen.

Die Deckkraft sollte dabei eher bei 75% liegen (hier gilt es zu probieren was für das Bild am besten ist. Statt, dass das Logo nun das Bild überdeckt wird es ein Teil dessen.

Viele Fotografen verwenden das Logo auch als Diebstahlschutz.

Warum das nicht viel bringt erkläre ich nachfolgend. Aber wenn Ihr auch diesen Gedanken habt, dann setzt euer Logo doch einfach mit sehr geringer Deckkraft (5% - 20%) an eine zentrale oder sehr markante Stelle des Bildes. Ein interessanter  Effekt dabei ist, wenn man einmal weiß wo es ist, fällt es  beim Betrachten direkt ins Auge. Dem Unwissenden  wird das Logo jedoch nicht auf den ersten Blick auffallen.

Als Beispiel dient mir hier mal das folgende Tiger Bild:


Kleines Spiel gefällig? Ratet mal wie viele Logos hier versteckt sind.

Die Lösung gibt es am Ende des Beitrags.

Für diejenigen,  die sich für den rechtlichen Aspekt interessieren sind dann hier genau richtig. Ich bitte jedoch zu beachten, dass ich kein Anwalt bin. Daher gilt das folgende nicht als Rechtsberatung.

In Deutschland ist die Künstlerfreiheit nicht nur durch das Grundgesetz (Artikel 5 III Satz 1 ) geschützt, sondern auch durch ein eigenes Gesetz. Dem Urheberrechtsgesetz.

Dies Schützt nach §1 Werke der Literatur (also auch diesen Text), Wissenschaft und Kunst. In §2 I Nr. 5 werden die Lichtbildwerke besonders genannt.

Auch was ein “Urheber” ist wird genau definiert und zwar in § 7 UrhG.

Für Fotografen ist der § 11 entscheidend denn hier wird erklärt was genau das Urheberrecht macht. Es schützt “den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. 2. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.

Weiter heißt es in §12 I Satz 1 “Der Urheber hat das Recht zu bestimmen, ob und wie seine Werke zu veröffentlichen ist.

Das bedeutet, der Urheber und NUR der Urheber hat das Recht über sein Werk zu entscheiden. Verdeutlicht wird dies dann nochmal in §15 UrhG. Dieses Recht kann abgetreten werden in dem zum Beispiel die Nutzungsrechte verkauf, vergeben oder verliehen werden. Es heißt aber auch im Umkehrschluss: Wurde ein Bild ohne meine Erlaubnis verwendet stellt dies ein Verstoß da und kann Zivilrechtlich geahndet werden. Was nicht übertragen werden kann ist das Urheberrecht als solches. Dies wird in § 29 UrhG klargestellt.
Was nun ein Fotograf aktiv tun kann um seine Bilder zu schützen und trotzdem zu präsentieren? Ganz einfach. Gar nichts.
Gute Bilder werden immer geklaut werden und das lässt sich nicht verhindern.

Auch die Verwendung eines Logos oder gar eines Copyright Zeichens ©” ist dabei nach Deutschem Recht nicht notwendig  um urheberrechtlich geschützt zu sein. 

Es gibt Programme die Logos sogar technisch erkennen und diese dann herausarbeiten. So dass selbst die technische Variante wegfällt.

Einen rechtlichen Vorteil der Nutzung hat es dann aber doch: Sollte dein Bild für etwas verwendet werden, das du nicht freigegeben hast welches ein Logo verwendet so muss dies entweder in der Verwendung auftauchen oder aber bewusst herausgeschnitten werden. Was den “Bilderklau” nochmal klarer hervorhebt. Der Täter handelte als im Bewusstsein das es sich hierbei um ein unfreies Werk handelt. Er handelt also wissentlich und willentlich gegen geltendes Recht.

Wie Ihr im Zweifel beweisen könnt, dass das Bild von euch ist, da scheiden sich die Geister. Verschiedenste Gerichte in Deutschland haben bisher danach entscheiden, in wessen Besitz  sich die RAW-Datei befand .
Es gibt also einen weiteren Grund in RAW zu fotografieren.

Kleiner aber wichtiger Aspekt am Rande: Die Datenkrake Facebook ist was Nutzungsrechte betrifft sehr hart zu seinen Nutzern. Denn mit dem Upload euer Fotos übertragt Ihr nicht nur Nutzungsrechte (die zwingend notwendig  sind um das Bild digital,  beispielsweise zum  Zwecke des “Teilens”, zu verwenden) sondern gebt Facebook auch das Recht auf Unterlizenzierung. So findet sich relativ am Anfang der AGB folgender Abschnitt: “Für Inhalte, die durch Rechte am geistigen Eigentum geschützt sind, wie Fotos und Videos (IP-Inhalte), erteilst du uns ausdrücklich nachfolgende Genehmigung […]:

Du gewährst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jedweder IP-Inhalte, die du auf bzw. im Zusammenhang mit Facebook postest (IP-Lizenz). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löschst; es sei denn, deine Inhalte wurden mit anderen geteilt und diese haben die Inhalte nicht gelöscht." Zitat der AGB von Facebook.
Diese Abtretung? der Rechte sind aber auch in vielen Fotoforen vorhanden wenn auch oft in anderer Formulierung.

Auch interessant ist, dass das Herunterladen von Bildern bei Facebook und das erneute Hochladen, auch auf der eigenen Timeline, eine Urheberrechtsverletzung darstellt.
Teilt lieber Bilder die euch gefallen, denn das ist legal.

Also fassen wir zusammen:
Ein Logo solltest du nur verwenden wenn du es dezent als Eigenwerbung nutzt. Rechtlichen Schutz dadurch solltest du jedoch nicht erwarten.
Wenn du ein Logo verwendest, dann solltest du sehr stark auf die Bildwirkung achten und darauf diese nicht durch das Logo zu zerstören.

Schaut diesbezüglich euch auch mal dieses Buch an. Es ist meiner Meinung nach eine Pflichtlektüre für jeden ambitionierten Fotografen.  


Bleibt noch die Auflösung zum Tigerbild.

Es sind drei Logos im Bild enthalten.