Mit Licht malen heißt:
Den Augenblick einzufangen für die  Ewigkeit.

Skurriles rund ums Urheberrecht - Das Affenselfie 

Hat ein Affe - genauer ein Schopfaffe - das Recht sich auf "Das Recht am eigenen Bild" oder auf das Kunsturhebergesetz berufen? 

Affenselfie - Schopfaffe Selbstportrait mit der Kamera von David Slater (Bild: Public Domain)


Der Fotograf David Slater baute seine Kamera auf und dieser Affe löste die Kamera aus. Ohne zutun von D. Slater. Dieser beanspruchte sein fotografisches Urheberrecht obwohl er, rein technisch, das Bild nicht gemacht hatte. Das Netz diskutierte in diesem Fall aufgeregt. Jemand der nicht Diskutierte sondern klage im Namen des Affen "Naruto" einreichte, war die Tierschutzorganisation PETA. Diese erreichte vor Gericht ein "unentschieden". Das Urheberrecht ging nicht an den Affen aber auch keins für den Fotografen. D. Slater bestand während des Prozesses im übrigen darauf, das Naruto auf dem Bild gar nicht zu sehen sei. Nach der Entscheidung wurde es etwas ruhiger um den Affen, die Organisation und Herrn Slater. 
Die Auswirkungen dieses Falls sind jedoch nicht nur ein, in meinen Augen überflüssiger Gerichtsprozess sondern auch Aufmerksamkeit für diese bedrohte Tierart. Ebenfalls gab es im US Recht eine Änderung aufgrund dieses Prozesses. Im amerikanischen Urheberrecht  ist nun verankert, dass Affen keine geistige Arbeit verrichten und somit kein geistiges Eigentum erlangen kann. 
PETA und Slater einigten sich darauf ein Teil der Einnahmen zu spenden und es wurde beantragt die Klage abzuweisen. 
Frieden? 
Nein. 
Das neunte Berufungsgericht lehnte den Antrag auf Klageabweisung ab.
Begründet wird dies nicht nur dadurch das keine der beiden Parteien "den Präzedenzfall in einer Weise zu manipulieren, die ihren institutionellen Präferenzen entspricht." 

Soll heißen: Sollte der ganze Prozess nur angestoßen worden sein, damit PETA medienwirksam auf sich Aufmerksam zu machen, müssten sie nun einsehen, das die Mühlen der US Justiz einmal in Gang gekommen, nicht wieder einfach angehalten werden können. 
Wir dürfen gespannt sein.

Meine Meinung dazu sieht wie folgt aus: 
Tiere sind nach §90a BGB solange als Sache zu werten soweit nicht anders bestimmt. Das heißt: Tiere dürfen nicht gequält werden, dies wäre ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Fährt man ein Tier jedoch an, ist dies in erster Linie erst einmal eine Sachbeschädigung. Dieser Paragraf, natürlich nur für Deutschland gültig, zeigt aber auch mir klar auf, das ein Tier kein Urheberrecht besitzen kann. Denn demnach könnte meine Kamera ebenfalls das Urheberrecht für sich beanspruchen. Da in diesem Fall rechtlich gesehen zwischen dem Affen und der Kamera kein Unterschied besteht.
Alle Tiere sind schützenswert JEDOCH ist dieser Schritt seitens der Organisation PETA sehr anmaßend und in meinen Augen durchaus fragwürdig. 

Wenn euch der Fall weitergehen Interessiert, könnt ihr auf der englischsprachigen Wikipedia-Seite weiterlesen.